RSS-Feed

4 Days of Peace and Music – Würzburg Woodstock

Veröffentlicht am

Jetzt isses auch schon wieder vorbei, die mainfränkische Version von Woodstock: das Umsonst und Draußen – Festival.

Tja, und wie immer war es gefüllt von ganz eigenem Charme, seiner eigenen Dynamik und viel Fussweg… Und: Kunst! Das Fotoprojekt von Benjamin Brückner, die 500 Faces, die er ja letztes Jahr während des U&D fotografiert hat, wurden jetzt ausgestellt. Arch schö, vor allem, wenn man dann am Montag gesagt bekommt, da gesehen worden zu sein.

Der erste Tag, Donnerstag, war für mich persönlich ein weniger musikalisch als viel mehr kindgerecht geprägter Tag. Mit nem 6jährigen im Schlepptau kann man einfach nicht zu nem Rockkonzert gehen, da ist Hüpfburg und Handtaschenweitwurf viel spannender. Nebenbei wurde der Puls-Radio-Werbebär auch regelmässig nach Gummibärchen gefragt.

Leider konnte ich dadurch einige Künstler, die ich gerne gesehen hätte, nicht anhören bzw. sehen. Aber, Kinder müssen ja auch mal ins Bett und ich hatte die Chance, doch noch Mukke zu hören. Sehr geniale Band aus Schweden: Go Go Berlin. Wer bis jetzt noch denkt, 80er Jahre Klamotten und 70er Jahre Frisuren würden nicht zusammen gehen, irrt. Musikalisch eine Mischung zwischen, ich sag mal, Status Quo und The Darkness, sehr schön, wie ich finde. Ich mag sowas ja.

Danach schlug Lilly leise Töne an, sehr zart und ätherisch, eine unheimlich schöne Stimme, ein sanfter Ausklang für den ersten Abend.

Freitag konnte ich leider erst abends hingehen, nichtsdestotrotz hab ich glaub ich nen wahren Knaller erleben dürfen: die Dirty Honkers  spielten sich schier die Seele aus dem Leib. Was zwei Saxophone, Laptop und sonstige Elektrospielereien kombiniert mit heissen TänzerInnen nicht alles anstellen, totale Mittanzgarantie. Für mich klangen sie wie SEEED auf Speed und das ist gut so!

Samstag dann für mich musikalisch schon fast der Höhepunkt, Egotronic aus Berlin, Elektropunk (wusste nicht, dass es das gibt, umso besser!!) vom allerfeinsten. Man hat noch nicht mal gemerkt, dass sie gegen das Fussballspiel anmusiziert haben, so voll wars vor der Bühne. Danke Würzburg!! Supercoole Jungs, geiler Sound, mehr davon!!

Danach ein Megakracher, finde ich: Reverend Snake Shine Oil Co. – was man nicht alles aus Gospel und Blues rausholen kann. Von wegen runterfahren, die haben die Menge noch mal richtig aufgepeitscht, der Sänger eine Mischung aus geistbeseeltem Baptistenpfarrer und James Brown in seinen sexiesten Zeiten. Einfach grossartig!! Und wenn frau dann noch handsignierte CDs und schweissige Küssli abgreifen kann, kann sie glücklich ins Bett sinken.

Sonntag dann erstmal relativ relaxed ausschlafen, gemütlich fertig machen und dann nochmal runtergepilgert. Als erstes dann vorbeischauen im Drinnen – Zelt, langsam aufwachen mit Copper Smoke, die American Roots Rock machen, eine gelungene Mischung aus Country und Rock, gute Texte, viele Fans. Ich persönlich hätte sie auch gerne ein wenig später hören mögen, aber nun ja, auf das Programm hat der Besucher  keinen Einfluss. Danach dann Rehan Syed, 4 Saiteninstrumente, kein Text, aber die Füsse wollten nicht stillstehen. Südamerikanische Tangorhythmen, arabisch angehauchte Lieder, die Jungs haben ihren Fingern keine Pause gegönnt.

Nach Familientreffen, Päuschen machen, rumlaufen, Leute finden kam dann mein ganz persönliches Highlight. Ich gebs zu, ich bin definitiv zu alt um deren Groupie zu sein, aber ich sag euch, das sind jetzt schon Rampensäue. Die Kusängs aus Eußenheim, 13 Jahre alt und sie spielen Rockabilly, komplett mit Kutte, Lederjacke und Elvistolle. Wenn der Bass schon grösser ist als der Musiker und sie in einer herrlichen Mischung aus Unschuld und Rotznasigkeit von Freundinnen, Trennung und Money Honey erzählen, ist das einfach nur super! Bitte Jungs, macht weiter so, ihr seid klasse!!

Ob da noch Steigerung möglich ist? Nun, von den Besuchern, die danach das Festival Gelände stürmten her gesehen, ja auf jeden Fall. Andreas Kümmert beschloss das U&D mit seiner markanten Stimme, dem Down-to-Earth Gefühl und ganz wunderschönen Liedern. Gänsehautgarantie vom Simple Man, der jetzt nicht mehr ganz so einfach über das Gelände schlendern kann, jedenfalls nicht, ohne erkannt zu werden.

Wie eigentlich jedes Jahr ist das U&D ein ganz entspanntes und relaxtes Festival, bei dem jeder die Unterhaltung finden kann, die ihm/ihr gefällt und Spass macht, dafür nochmal vielen Dank an das ganze Team.

Advertisements

Über terebinthe

Theologin, Stephen-King-Leserin, Fashionaddict, Nagellack, Brille

»

  1. Simone, ein schöner Beitrag und für mich eine Erinnerung an den Sonntagabend, an dem ich es endlich schaffte, mal hinzugehen. Ja, es war ein richtiges Happening. Nehme mir nun ganz fest vor, nächstes Jahr öfters mit dabei zu sein.
    Dir eine schöne Restwoche.
    LG
    Sabine

    Antwort
  2. Pingback: U & D 2014 in Blogs › Würzblog › Kultur

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: