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JesusMariaundJoseph

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Zielgruppenorientierte Veranstaltungen – nun ja, irgendwann ist ja jeder mal in dem Alter, in dem er/sie zu einer bestimmten Gruppe gehört, auch was Gottesdienste angeht. Ob Jugendlicher, Kommunionkind, Kranker, Brautpaar, Schüler oder Studierende, Familie und so weiter, jede Gruppe kann sich im Angebot, das die Kirche und die liturgische Gestaltungsvielfalt bietet, wiederfinden.

Nun auch ein Gottesdienst für die sogenannten „Ü30“ – hm, na ja, also Menschen, die jenseits der 30 sich in Gottesdiensten repräsentiert wollen fühlen.

Gut, es mag sein, dass ich jetzt entweder zu wenig weiss oder eventuell auch zuviel, das mag jeder selbst beurteilen, aber es ist einfach „beruflich“ bedingt.

Also gut, ich kann an und für sich mit den Liedern und dem Gesang in Gottesdiensten wenig anfangen, liegt wohl an meiner generellen Unmusikalität. Aber womit ich als katholisch aufgewachsene und auch inzwischen ausgebildete Frau nix aber auch gar nix anfangen kann, ist es, wenn mir im Gottesdienst was „vorgespielt“ wird und das sogar ganz ernst gemeint. Ich hab nicht 6 Jahre Theologie studiert und mich auch intensiv mit der Bibel beschäftigt, um mir da ein thematisch angepasstes sozialpädagogisch wertvolles Theaterstück anzuschauen, das noch nicht mal improvisiert war, sondern ganz unbeholfen abgelesen wurde. Und mit weichgespülter Schmusepastoral, die die Augen vor der Realität verschliesst,  hab ich auch nix am Hut.

Ganz abgesehen davon, dass es keine Lesung gab, kein Evangelium, keine Predigt, die sich darauf hätte beziehen können, nix, was ich als „gut katholisch“ bezeichnen würde. Ich hab nicht nur im Studium gelernt, dass es einfach wichtig ist, den Teil des Glaubens, der sich in der Bibel finden lässt, zu würdigen, auszulegen, dem Kreis der Gläubigen nahezubringen. Und ich reagier einfach allergisch darauf, wenn ein Gottesdienst ein „Thema“ aufgezwängt bekommt. Es gibt nur ein Thema, das im Gottesdienst behandelt wird, RumsBumsausdieMaus. Es kann doch um Gottes Willen nicht sein, dass Menschen, die über 30 sind, nichts anderes thematisches einfällt, als was für sie Sommer ist?? Bitte, gerade diese Generation ist mehr als jede andere konfrontiert mit unsicheren Berufsaussichten, Problemen in Familie, Partnerschaft, mit Kindern, ganz abgesehen von Weltpolitik und den ganz alltäglichen Krisen, die quasi vor der Tür sind. Warum dann bitte nicht einen Gottesdienst, der sich mit eben jenen Problemen auseinandersetzt? Der versucht, Hilfe und Trost zu sein, um Kraft und Stärke zu bitten, diese Situationen meistern zu können, aber doch bitte nicht die denkenden Menschen in Watte packt und ihnen vorgaukelt, alles wäre in Ordnung??

Ich mein ja nur, ich bin ü30 aber nicht uIntelligenz, ich kann durchaus eine gut durchdachte Predigt verstehen, kann mir zur Not noch meine eigenen Gedanken zur Lesung und zum Evangelium machen, den Duktus der Bibel geniessen und muss mich nicht gezwungenermassen mit einem Thema auseinandersetzen, das mich „von Hinten durch die Brust ins Auge“ auf den Kern der Botschaft bringen will. Vor allen Dingen, das muss man sich mal durch den Kopf gehen lassen, man kann offensichtlich den Ü40 und U30 Jährigen einen ganz normalen Gottesdienst zumuten, aber den Ü30 Jährigen muss man wohl die frohe Botschaft im Schulgottesdienststyle bringen??

Nein, jetzt hör ich aber auf mit dem Gemecker, man könnt ja meinen…. Das, was gut an der ganzen Veranstaltung war, ist im Grunde genommen die Bereitschaft der Mitwirkenden, sowohl von offizieller Seite als auch von seiten der Gemeinde, mitzumachen, sich auch auf diese Sache einzulassen und sie auch gestalten zu wollen. Der Zusammenhalt und die Initiative der Gemeinde war angenehm und bemerkenswert, der selbstgemachte Hugo natürlich um so besser. 😉

Aber ich werde in Zukunft wieder die „normalen“ Gottesdienste mitmachen, da stört mich an sich weniger, ich hab Zeit und die Möglichkeit, mich auf mich und meine Gedanken zu konzentrieren, das zu geniessen, was ich geniessen möchte.

Sollte es allerdings wieder die Möglichkeit eines ZielgruppenGottesdienstes geben, werd ich sie auf jeden Fall wieder in Anspruch nehmen, man ist ja offen und flexibel.

In diesem Sinne, schönen Sonntag euch….. 😉

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Über terebinthe

Theologin, Stephen-King-Leserin, Fashionaddict, Nagellack, Brille

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