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No Country for Old (Wo)men

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Ein beschaulicher Freitag Abend im beschaulichen Würzburg…. hätte es werden können, wenn ich mich nicht von der Süssi hätte überreden lassen, in den Midlife (Crisis) Club mitzukommen. Allein schon der Name hätte mich abhalten müssen…. Frau von heute googlet sowas ja und kann sich im Interweb schon mal Fotos früherer Veranstaltungen begucken…. 

Nun denn, als Noch-nicht-so-lange-Single macht frau ja was mit, auch gerne ungewöhnliches. Ein, zwei Gläschen Prosecco zum Lockerwerden später wackeln wir los. 

Angekommen muss ich Süssi schon fast überreden, den Eintritt zu bezahlen, da sie schon am Eingang fast die Krise bekommt und sich fragt, was sie hier denn täte, völlig fehl am Platz sei und überhaupt…. Aber wenn schon, denn schon, wir haben uns ja nicht umsonst aufgezockt und geschminkt. 

Disco“Klassiker“ dröhnen uns entgegen, also nicht nur musikalisch, nein, die Sozialpädagogen in Bundfaltenhosen hatten definitiv Ausdruckstanz als Studienschwerpunkt, soviel ist schon mal sicher. Da werden Namen getanzt, gegen die Chantalismus sowas von abstinkt. 

Nun, wir gehen schnurstracks Richtung Bar, das hält ja kein Mensch ohne Stöffsche aus….. An einem Stehtischchen plaudern wir mit Süssis Kollegen G., während an uns bemerkenswerte Gestalten vorbeiziehen…. Das Damenduo, das grelle Dirndl (jaha…. Dirndl… ) und durchgehende Sonnenstudiobräune nebst passender Hairextensions präsentiert, sei hier nur exemplarisch als Spitze des Eisbergs genannt…. Insgesamt gesehen ist das anscheinend eine Veranstaltung, bei der Menschen nur in Gruppen bzw. Paaren auftauchen, tanzen bis sie schwitzen (uähhhh) und doch irgendwie Spass zu haben scheinen. Alle, ausser Süssi und mir, wir fühlen uns immer noch zu jung für den Kram…. 

Wir machen uns dann nach höflichkeitsangemessener Zeit und zugegeben einer klitzekleinen Tanzrunde (auf eins der Superlieder des Soundtracks meines Lebens, „Killing in the name of“ von Rage against the Machine), auf den Nachhauseweg…… tja, hätten wirs nur länger ausgehalten..

Wir kommen am Joe´s vorbei, und ich schlage Süssi vor, da das nächste Mal hinzugehen, ersatzhalber für den Midlife (Crisis) Club, weil, egal wo, wir definitiv mehr Spass haben werden. Süssi stimmt mir vorbehaltlos zu, alles nur das nicht mehr…. Prophetische Gabe? Vorsehung? Karten gelegt bekommen? Man weiss es nicht… 

Zwei sehr junge Jungs fragen uns (!!!) nach der Wahl zwischen zwei Diskotheken, soviel zu Midlife (Crisis)!!

 Aber Süssi scheint Eindruck zu machen, Sozialpädagogin soll sie sein, vom Beruf her, was zu Empörungsrufen und wiederholtem: „Wieso das denn?? Wie kommen die denn da drauf??“ anregt.. So aufgewühlt laufen wir weiter, die Maritim Hotelbar kommt ins Blickfeld… Ich hätte nicht sagen können, wer die spontane Idee hatte, reinzugehen, aber inzwischen weiss ich, dass ich es nicht war…. 😉 

Klar gehen wir rein, auf nen Absacker, da war ich noch nicht drin und überhaupt. Bäm, wir kommen rein und uns bietet sich ein Bild, das ich nur von Berichten von Parteys aus den Edelclubs und Formel 1 Siegesfeiern kenne: CHAMPAGNERDUSCHEN!! Echt jetzt, in Würzburg, in der Maritim Bar, Knaller!! Laute Discomukke, 5 Barkeeper, die geschäftig wuseln und das Publikum nur Anzugträger. Krawatten hat kaum noch einer an, die hängen entweder scheps oder wurden abgenommen, um das Hemd leichter bis zum Bauchnabel aufknöpfen zu können….

Wir setzen uns an die letzten zwei freien Plätze an der Theke, futtern fleissig Erdnüsschen und kommen zu dem Schluss, hier zu anthropologischen Studien zu sein. Keine 5 Minuten da, kommt schon der erste Anzugträger angeschwankt, und nuschelt uns an….. Den können wir grad noch wegignorieren….

Wir wundern uns ein bisschen über den Schal, der wie ein schlechter SchalkeFanschal aussieht,und den hier jeder irgendwie trägt, aber egal, das, was wir hier sehen, ist eh unterhaltsamer als jede Castingshow….. Würzburg sucht den SuperPartyHengst! 

Beim Raucherpäuschen draussen kommt es zum nächsten Eklat, ein volltrunkener  angeschickerter Engländer begrüsst uns mit „Hello Bitches!“, was zu Protest meinerseits führt, mir dann aber den Stempel einer „Dyke“ einhandelt… Ich glebbs net, so ein Spack!! 

Süssi und ich beschliessen fertig zu trinken und dann zack, heim. Von wegen, der Obermacker macht sich uns bekannt, und wir werden – endlich – aufgeklärt, was denn dieses bunte Treiben ist. Finanzdienstleister, die eine Tagung im Congresscentrum hatten, machen so also Feierabend, tja, wer ko, der ko…… 

Er wird recht zutraulich, erzählt uns dass er aus der Nähe von Ochsenfurt kommt, was uns einen gewissen heimatverbundenen Freundlichkeitszug abringt und ausserdem spendiert er eine Runde Getränke, sparen will gelernt sein….. 😉 

Süssi fragt ihn dann auch gleich, ob er denn nicht nen Job für mich hätte, so als Quereinsteiger mit Qualifikationen wär ich doch da gut aufgehoben. Leicht alkoholvernebelt stimmt er zu, schwafelt was von „Büro in der UnverständlichStrasse“ in Wü und überhaupt. Schwupps hab ich ne Telefonnummer und was zum googlen. Also mit Champagner duschen auf Firmenkosten, das wärs doch mal, die Kollegenquote stimmt auch und ich bin ehrlich gesagt sowas von gespannt auf die Reaktion des Cheffe, wenn ich ihm sage, woher ich die Nummer habe….. erinnern kann der sich garantiert nicht mehr!! 

Die Gratisgetränke sind leer, Cheffe ist inzwischen im Dekolletee (und ich hab das gegooglet, wegen der Schreibweise) einer Blonden verschwunden, englische Beleidiger dancen sich die Füsse wund und Süssi und ich gehen nach Hause. 

Endlich, wir lachen den ganzen Weg bis zur Kreuzung, an der sich unsere Heimwege trennen, durch! Beschliessen, dass wir das auf jeden Fall bloggen MÜSSEN und dass das nach Wiederholung(en) geradezu brüllt.

Fazit: Wir sind definitiv zu jung für Midlife (Crisis) Veranstaltungen, zu sozialpädagogisch für Jungs, die Discotheken suchen, und zu was-auch-immer für Champagnerduschen. 

Aber, mit der Süssi würd ich sowas jederzeit wieder machen und alle anderen verrückt-spontanen Aktionen auch! 

Danke liebe Süssi für den Abend und ich freu mich auf die, die noch kommen werden…. 

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Über terebinthe

Theologin, Stephen-King-Leserin, Fashionaddict, Nagellack, Brille

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